Betroffen sind mindestens fünf Journalisten von vier Medienhäusern, darunter das „Wall Street Journal“, der Fernsehsender CNN und die Nachrichtenagentur Bloomberg, wie der Club der Auslandskorrespondenten in China mitteilte. Statt der üblichen für ein Jahr gültigen Presseausweise erhielten die Korrespondenten lediglich Schreiben, mit denen sie ihre Visa nur bis Anfang November verlängern können. Danach droht die Ausweisung.

Es sei eine „wechselseitige Maßnahme“ als Reaktion auf den Umgang mit chinesischen Journalisten in den USA, wurde dem betroffenen CNN-Reporter David Culver mitgeteilt. Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking warf der US-Regierung unter Präsident Donald Trump vor, chinesische Journalisten als „Geiseln“ zu nehmen, um Druck auf die Volksrepublik auszuüben. Peking werde weitere Schritte unternehmen, wenn die Visa chinesischer Journalisten nicht schnellstmöglich verlängert würden.

Retourkutschen 

Peking und Washington haben seit Jahresbeginn mehrmals wechselseitig Sanktionen gegen Medien verhängt. Im Februar wies China drei Journalisten des „Wall Street Journal“ aus, nachdem die Zeitung einen Kommentar zur Corona-Krise veröffentlicht hatte. Washington reagierte mit einer Beschränkung der Mitarbeiteranzahl für chinesische Staatsmedien in den USA.

Im März wies Peking mehr als ein Dutzend US-Journalisten der „New York Times“, der „Washington Post“ und des „Wall Street Journal“ aus. Im Mai verkürzten die US-Behörden dann die Visa zahlreicher Journalisten von chinesischen Staatssendern auf 90 Tage. Die US-Regierung beschuldigte sie, Propaganda für Chinas Kommunistische Partei zu machen.

uh/qu (dpa, afp, rtr)