Im März 2020 hätten der international gefeierte griechische Dirigent Teodor Currentzis und die Musiker seines Orchesters „MusicAeterna“ im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Musikwelt gestanden. Eine Aufführung eines Zyklus der Beethoven-Sinfonien stand an – beim Beethovenfest in Bonn und in Wien. Ein besonderes Ereignis, auf das der Dirigent und das Ensemble seit Jahren hingesteuert hatten.

Die letzten Proben liefen gerade im Petersburger „Dom Radio“ („Haus des Rundfunks“), dem neuen Domizil des Orchesters in Sankt Petersburg, als weltweit, auch in Russland, die Lockdown-Regeln eingeführt wurden. Kein gemeinsames Musizieren mehr, keine Reisen und Gastspiele, keine Konzerte – auf unabsehbare Zeit. Ein „Plan B“ musste her. „B“ wie „Beethoven“.

Letzte Probe vor dem Lockdown: Teodor Currentzis und MusicAeterna Anfang März in Sankt Petersburg

Künstler teilen ihre Erfahrungen der „gefrorenen Zeit“

Ausgehend von Beethovens Neunter Sinfonie mit ihrer Botschaft von Einheit, Freiheit und Brüderlichkeit verarbeiten Teodor Currentzis und Sergey Nurmamed, ein in den USA lebender, russischer Filmregisseur, die Erfahrung der Corona-Einsamkeit zu einem filmischen Hohelied der Gemeinsamkeit in der Kunst. Mit von der Partie sind die Mitglieder der internationalen Currentzis-Gemeinde: die Regisseure Romeo Castellucci und Peter Sellars, die Performance-Künstlerin Marina Abramović, die Tänzerin und Choreografin Sasha Waltz, der Komponist Helmut Lachenmann. 

Nicht nur im Film dabei: Currentzis-Mitstreiter Marina Abramovic, Peter Sellars und Sasha Waltz

„Die Stille lehrt uns viel. Die Stille bringt uns einander näher, führt uns zusammen. Ausgerechnet in der Stille finden die wichtigsten Ereignisse statt“,  so Teodor Currentzis gegenüber der DW. „Stille ist etwas, was vor uns da war und nach uns bleibt. Unser Leben darf dieses Feld der Stille nicht verletzen, wir müssen immer wieder hinhören, die Stille lieben und achten.“

Petersburg – abgeschottet von der Welt…