Favorit Primoz Roglic hat bei der 107. Tour de France die Gesamtführung übernommen. Der Slowene belegte auf der zweiten Pyrenäen-Etappe den zweiten Platz und verdrängte damit den bisherigen Ersten  Adam Yates. Den Sieg am Sonntag holte sich nach einem erfolgreichen Ausreißversuch nach 153 Kilometern von Pau nach Laruns der Roglics Landsmann Tadej Pogacar, Dritter wurde Marc Hirschi aus der Schweiz. 

Der Vorjahresvierte Emanuel Buchmann muss seinen Traum von Podium wohl begraben. Der angeschlagene deutsche Hoffnungsträger hielt beim zweitägigen Kletter-Spektakel in Südfrankreich nicht wie erhofft mit den Besten mit und verlor viel Zeit auf die Rivalen. Buchmann ist mit nun 5:45 Minuten Rückstand auf den neuen Spitzenreiter Roglic derzeit 18. der Gesamtwertung. Am ersten Ruhetag wird bei Buchmanns Team Bora-hansgrohe über die weitere Strategie entschieden: Die Ziele dürften nach unten korrigiert werden.

Coronavirus: Über 600 Kontrollen

Am Sonntag und am Montag stehen die ersten Corona-Tests seit dem Start in Nizza an. Hat die Tour-Blase auf dem Weg durch Südfrankreich gehalten? Alle Fahrer samt Entourage werden sich nach über einer Woche dem PCR-Test unterziehen – insgesamt sind es mehr als 600 Kontrollen.

Schon zwei Positivfälle in einem Team führen zum Ausschluss des ganzen Rennstalls. So könnten kerngesunde Fahrer nach Hause fahren, wenn der Busfahrer und der Physiotherapeut infiziert sind. Eigentlich wollte die Tour-Organisation das Reglement abschwächen und einen Ausschluss auf zwei positive Fahrer beschränken, doch die Behörden grätschten auch wegen der steigenden Infektionszahlen dazwischen.

Windige Atlantik-Etappe

Die Tour wird nach einem Ruhetag am Dienstag mit der zehnten Etappe an der Atlantikküste fortgesetzt, wenn es von der Île d’Oléron Le Château-d’Oléron zur Île de Ré Saint-Martin-de-Ré über 168,5 Kilometer geht. Die Strecke ist durchgehend flach. Allerdings könnte der Wind eine große Rolle spielen.

sw/jst (dpa/sid)