Altkanzler Gerhard Schröder gilt als enger Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Eine verhängnisvolle Beziehung. Wegen des Giftanschlags auf den 44-jährigen russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny ist in Deutschland eine Diskussion darüber entbrannt, ob die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2, die Gas von Russland liefern soll, zu Ende gebaut werden soll. Und hier kommt Schröder ins Spiel, denn er ist Präsident des Verwaltungsrats der Nord Stream 2 AG, bei der der russische Konzern Gazprom formal einziger Anteilseigner ist. Kritiker werfen dem SPD-Altkanzler vor, in seiner Position Lobby-Arbeit für den Kreml zu betreiben, zumal Schröder bei mehreren russischen Unternehmen unter Vertrag steht.

Schröder soll umgehend seine Ämter aufgeben 

Politiker der Christdemokraten und der Grünen forderten Schröder jetzt auf, seinen Posten bei dem Pipeline-Unternehmen zu räumen. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Johann Wadephul, sagte dem Berliner „Tagesspiegel“, Schröder müsse „umgehend seine Ämter und Posten in Russland aufgeben“. Für den Anschlag auf Nawalny mit dem Nervengift trage allein die russische Regierung die Verantwortung. Auch wenn Moskau dies leugne, dürfe das gerade ein ehemaliger Bundeskanzler „weder politisch noch moralisch“ ignorieren, sagte der CDU-Politiker.

Johann Wadephul im vorigen Jahr im DW-Interview

Er fügte hinzu: „Wenn Herr Schröder noch politischen Anstand und Wertmaßstäbe besitzt, dann verbietet sich für ihn eine weitere Zusammenarbeit mit Unternehmen und Institutionen, die von einer solchen Regierung abhängig sind.“ Eine Fortsetzung der Zusammenarbeit würde dagegen bedeuten, „dass Herr Schröder das menschenverachtende Verhalten zumindest hinnimmt“, sagte der CDU-Außenpolitiker. „Das wäre für einen ehemaligen Bundeskanzler zutiefst unwürdig.“

Auch die Fraktionschefin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, rief Schröder zum Rückzug auf. „SPD-Altkanzler Schröder muss sich jetzt entscheiden, ob er…