Im März 2020 erkrankte die Professorin Felicity Callard an Covid-19. Vier Wochen lang lag sie geschwächt im Bett. Während dieser Zeit besserte sich ihr Zustand nicht. Es wurde schlimmer.

Felicity Callard, Covid-19-Patientin
„Im zweiten Monat habe ich unglaublich starke Bauchschmerzen bekommen. Gelenkschmerzen und furchtbare Kopfschmerzen. Die Schmerzen schossen in meine Arme. Manchmal gingen sie weg, dann kamen sie zurück. Jetzt sind fünfeinhalb Monate vergangen und ich fühle mich immer noch schlecht, sowohl körperlich als auch geistig.“

Vor der Krankheit sei die 49-Jährige aktiv und sportlich gewesen. Jetzt dominieren Unsicherheit und Angst vor einer erneuten Infektion.

Felicity Callard, Covid-19-Patientin
„Mein Leben ist zusammengeschrumpft auf mein Haus und kurze Wege. London ist verschwunden, mein Leben als Professorin ist sehr mühsam geworden, weil all das, was ich früher ganz leicht geschafft habe, auf einmal ein großer Kampf ist.“

Mittlerweile häufen sich Berichte von Patienten, die zwar von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen- aber nicht gesund sind. Forscher sind sich einig, dass die Krankheit nicht nur den gesamten Körper befallen kann, sondern auch die Psyche.

Til Wykes, Professorin für Psychologie am King’s College, London
„Wir müssen diese Symptome entwirren und es wäre gut, herauszufinden, wann was einsetzt. Sind die mentalen Folgen für manche Patienten schlimmer als die körperlichen? Oder gibt es einen Zusammenhang? Oder haben manche Menschen gar keine psychischen Probleme? All das wissen wir nicht und wir müssen es noch herausfinden.“

Premier Boris Johnson versucht derweil, in Großbritannien wieder ein Stück Normalität einkehren zu lassen. Die Schulen sind geöffnet, die Menschen sollen zurück zur Arbeit gehen. Professorin Felicity Callard fällt diese Rückkehr in den Alltag schwer, obwohl sie sich nichts sehnlicher wünscht.

Felicity Callard, Covid-19-Patientin
„Ich glaube, viele verstehen nicht, wie traumatisch die Erkrankung für viele Menschen war….