Leipzig ist eine der am schnellsten wachsenden Großstädte Deutschlands und kämpft zunehmend um bezahlbaren Wohnraum. Der südliche Stadtteil Connewitz gilt als Hochburg der linken und alternativen Szene. Hier und im Osten Leipzigs kam es am Donnerstag nach zwei Hausbesetzungen und der anschließenden Räumung durch die Polizei zu heftigen Auseinandersetzungen mit gewaltbereiten Demonstranten. Die Krawalle wiederholten sich sowohl am Freitag- als auch am Samstagabend. Vermummte warfen Steine und Flaschen auf die Polizei. Mehrere Autos wurden beschädigt, Barrikaden aus angezündeten Mülltonnen legten den Straßenbahnverkehr lahm.

Am Samstagabend lief eine Demonstration von etwa 500 Personen in Connewitz schon nach wenigen Hundert Metern aus dem Ruder. „Unmittelbar nachdem der Aufzug sich in Bewegung gesetzt hat, kam es aus der Versammlung heraus zu Steinwürfen gegen Polizeibeamte sowie gegen Gebäude und zum Zünden von Pyrotechnik“, sagte Polizeisprecherin Mandy Heimann.

Das Motto der angemeldeten Demonstration lautete: „Kämpfe verbinden – Für eine solidarische Nachbar*innenschaft“

Aufgrund der „unfriedlichen Situation“ sei die Versammlung für aufgelöst erklärt worden. Danach gab es in Seitenstraßen Jagdszenen zwischen Vermummten und den Einsatzkräften. Mehrere Menschen wurden in Gewahrsam genommen. Der Straßenbahnverkehr in dem südlichen Stadtteil wurde gestoppt. Ein Polizeihubschrauber kreiste über Connewitz.

„Ein Rückschlag für die Debatte um bezahlbaren Wohnraum“

Oberbürgermeister Burkhard Jung verurteilte die Gewaltausbrüche mutmaßlicher Linksextremisten bereits am Samstag „aufs Schärfste“. Damit habe die Debatte um bezahlbaren Wohnraum einen schweren Rückschlag erlitten. „Man schafft keinen Wohnraum, indem man Polizisten angreift und Barrikaden anzündet“, erklärte der sozialdemokratische Rathauschef. Für die wichtige Wohnraumdebatte werde es nun deutlich schwerer, denn verloren gegangenes Vertrauen müsse jetzt erst zurückgewonnen werden.