Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat seine Teilnahme an einem Festkonzert zum 30-jährigen Bestehen des Freistaates Sachsen mit 2000 Gästen in Aue verteidigt. „Die Regeln in Sachsen sind andere als in Nordrhein-Westfalen“, sagte der CDU-Politiker am Samstag vor dem Festkonzert im Stadion von Erzgebirge Aue zusammen mit dem sächsischen Landeschef Michael Kretschmer (CDU).

In Sachsen seien die Infektionszahlen sehr viel geringer, deshalb könne man dort ein solches Konzert im Freien zulassen. „Bei uns ist es derzeit noch nicht möglich.“ Wenn die Corona-Infektionszahlen auch im Westen sinken würden, seien auch dort Lockerungen möglich. „Das ist gelebter Föderalismus“, so Laschet. Er war von dem sächsischen Landeschef Michael Kretschmer (ebenfalls CDU) eingeladen worden, um bei dem Konzert Grußworte zu sprechen.

In Nordrhein-Westfalen dürfen mehr als 1000 Personen nur zusammenkommen, wenn der Veranstaltungsort zu maximal einem Drittel im Vergleich zur normalen Kapazität ausgelastet ist. Zudem muss außer den kommunalen Behörden auch das Land sein Einverständnis geben. Der nordrhein-westfälische SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty hatte Laschets Teilnahme an der Feier in Sachsen deshalb kritisiert: „Wie glaubwürdig ist ein Ministerpräsident, der in seinem Bundesland Wasser predigt und Großveranstaltungen untersagt, aber selbst auf einer Party mit 2000 Gästen in Sachsen Geburtstagswein trinkt?“

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