Bund und Länder wollen bis Ende 2022 mindestens 5000 neue Vollzeitstellen im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) schaffen. In einem ersten Schritt solle es bis Ende 2021 mindestens 1500 unbefristete Stellen für Ärzte, weiteres Fachpersonal und Verwaltungsmitarbeiter geben, teilten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und die Vorsitzende der Länder-Gesundheitsminister, Berlins Senatorin Dilek Kalayci, mit.

Der Bund stellt bis 2026 insgesamt vier Milliarden Euro bereit. Davon sollen drei Milliarden für Personalkosten eingesetzt werden. 800 Millionen Euro können in die Digitalisierung fließen. Ziel sei ein vernetztes System aller Gesundheitsbehörden vom Robert-Koch-Institut bis zum Gesundheitsamt vor Ort, sagte Spahn. Eine zentrale Rolle spielt dabei die gemeinsame Kommunikationsplattform DEMIS, die bis Ende 2022 zur Verfügung stehen soll. Die Abkürzung steht für: Deutsches Elektronisches Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz.

„Großartiger Beitrag“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zuvor den „großartigen Beitrag“ der Gesundheitsämter bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie gelobt. Dass Deutschland verhältnismäßig gut durch die Krise gekommen sei und die Infektionszahlen niedriger lägen als in anderen Ländern, habe „nicht zuletzt mit dem zu tun, was tagtäglich im Öffentlichen Gesundheitsdienst geleistet wird“, sagte Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft.

Im Lagezentrum des Gesundheitsamtes Berlin-Mitte (Archivbild)

Die 375 Gesundheitsämter sind etwa beim Verfolgen von Infektionsketten gefragt. Sie können auch Tests und Quarantäne anordnen. Der schwarz-rote Koalitionsausschuss hatte sich im Juni auf einen „Pakt für den ÖGD“ geeinigt. Im Bund-Länder-Beschluss heißt es nun, die an dem Pakt Beteiligten seien sich einig, dass für dessen Umsetzung die Mitwirkung der kreisfreien Städte und Landkreise wesentlich sei.

jj/kle (dpa, afp, epd)