Volkswagen sucht nach den Grundsatzurteilen des Bundesgerichtshofs im Dieselbetrug bis zum Jahresende eine Einigung mit den übrigen Klägern. „Insgesamt geht es um rund 50.000 Verfahren, in denen wir einen Vergleich anstreben“, sagte ein VW-Sprecher. Die Fälle haben nichts mit den im Rahmen der Musterfeststellungsklage geschlossenen Vergleichen zu tun, vielmehr handelt es sich um Einzelklagen von VW-Kunden.

In mehr als der Hälfte sei der Autobauer mit Vertretern der Kläger in Gesprächen über Einmalzahlungen, in mehr als 7000 Fällen seien die Vergleichsverhandlungen sogar bereits erfolgreich abgeschlossen. Die noch laufenden Verfahren sollten bis zum Ende des Jahres zu einem großen Teil im Einvernehmen mit den Klägern beendet werden, hieß es.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte Volkswagen Ende Mai wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung und arglistiger Täuschung zu Schadensersatz verurteilt. In weiteren Urteilen war der BGH dieser Linie gefolgt, hatte die Schadensersatzansprüche geschädigter Kunden dabei aber eingegrenzt.

In den nun angestrebten außergerichtlichen Einigungen folgt VW den Vorgaben des BGH. So wird dem Kläger etwa ein Ersatz für die Nutzung des Fahrzeugs abgezogen. Anders als in der Musterfeststellungsklage lasse sich deshalb eine pauschale Höhe für bestimmte Modelle nicht nennen, teilte VW mit.

Rund 244.000 Vergleichsabschlüsse nach Musterklage

Im Zuge des mit Verbraucherschützern im Frühjahr mühsam ausgehandelten Vergleichs hatte Volkswagen 830 Millionen Euro für die Entschädigung Hunderttausender Dieselkunden bereitgestellt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) zog seine Musterfestellungsklage nach der Einigung zurück.

Von den 830 Millionen Euro sind laut VW mittlerweile rund 750 Millionen Euro ausgezahlt. Es gebe rund 244.000 Vergleichsabschlüsse, die Abwicklung sei in über 95 Prozent der Fälle abgeschlossen und die jeweilige Entschädigungsumme überwiesen. Von den rund 265.000 Berechtigten hätten damit mehr als 90…