Die extrem ungleiche Bezahlung im Frauen- und Männerfußball ist schon seit Längerem ein Reizthema. Vergangenes Jahr etwa verklagte die US-Frauennationalmannschaft ihren eigenen Verband wegen Diskriminierung – obwohl die amtierenden Weltmeisterinnen erfolgreicher sind als ihre männlichen Kollegen, verdienen sie weniger. Vor Gericht allerdings scheiterte das Team rund um Kapitänin und Vorkämpferin Megan Rapinoe.

Dänemarks Fußballerinnen boykottierten ein Qualifikationsspiel der vergangenen Weltmeisterschaft, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Sie erreichten zumindest eine Teileinigung.

Gleiche Bezahlung für weibliche und männliche Fußballnationalspieler gibt es bisher nur in Norwegen und Neuseeland (seit 2018) sowie in Australien (seit 2019). Nun hat auch Brasiliens nationaler Fußballverband CBF diesen Weg eingeschlagen.

CBF-Präsident Caboclo: „Wir behandeln Frauen und Männer gleich“

Wie die Confederação Brasileira de Futebol jetzt mitteilte, wurde die Bezahlung der Nationalteams bereits im März angeglichen, Spielerinnen und Spieler erhielten bei Spesen und Prämien nun dieselben Beträge. „Es gibt keinen Geschlechterunterschied mehr, wir behandeln Frauen und Männer gleich“, so CBF-Präsident Rogerio Caboclo.

Männer verdienten bei Auswärtsspielen sechsmal mehr

Bislang erhielten die Brasilianerinnen für einen Trainingstag mit der Nationalmannschaft 250 Real, umgerechnet knapp 40 Euro, während ihre männlichen Kollegen das Doppelte kassierten, wie eine Recherche der Tageszeitung „Folha de São Paulo“ von 2017 zeigt. Bei Auswärtsspielen war demnach der Unterschied noch größer: Die Spielerinnen erhielten weiterhin 250 Real, der Tagessatz der Spieler stieg dagegen auf 1600 Real.

Das ändert sich nun. Nur bei Prämien für Leistungen während der Fußball-Weltmeisterschaft gibt es wohl auch künftig Unterschiede – der CBF sprach hier lediglich von einer „proportionalen Anpassung“. Denn die FIFA schüttet bei der Männer-WM ein Vielfaches an die…