Im Weißen Haus unterzeichneten der serbische Präsident Aleksandar Vucic und der kosovarische Regierungschef Avdullah Hoti ein Dokument, das eine wirtschaftliche Annäherung beider Staaten vorsieht. US-Präsident Donald Trump sagte: „Die beiden Länder waren in der Lage, einen wichtigen Durchbruch zu erreichen, den niemand für möglich gehalten hätte.“ Nach Jahren gescheiterter politischer Verhandlungen habe seine Regierung vorgeschlagen, sich auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und auf wirtschaftliches Wachstum zu konzentrieren, um die Differenzen zu überwinden, fügte Trump hinzu. Die USA sehen eine Normalisierung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Serbien und dem Kosovo als einen Schritt hin zu einer politischen Annäherung.

Serbien verweigert dem heute fast ausschließlich von Albanern bewohnten Kosovo die Anerkennung, seitdem sich dieses 1999 von Serbien losgelöst und 2008 für unabhängig erklärt hat. Vucic und Hoti hatten sich zu zweitägigen Gesprächen in Washington getroffen, die am Freitag endeten. Das Treffen geht auf eine Initiative des US-Diplomaten Richard Grenell zurück, der früher Botschafter in Deutschland war und jetzt als Sonderberater Trumps für Serbien und das Kosovo fungiert. In dem Konflikt vermittelt in erster Linie die EU, zuletzt schalteten sich aber auch die USA ein.

Im Juli hatten die Regierungen in Belgrad und Pristina nach anderthalbjähriger Unterbrechung erstmals wieder direkte Gespräche unter EU-Vermittlung geführt. Brüssel macht eine Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo durch Serbien zur Vorbedingung für einen Beitritt Serbiens zur EU. Kritiker befürchten, dass die Vermittlung Washingtons die parallel laufenden Gespräche unter EU-Vermittlung behindern könnten – und dass es Trump nur um einen diplomatischen Erfolg vor der Präsidentenwahl im November geht.

Serbien verlegt Botschaft in Israel

Bei den Beratungen in Washington wurden außerdem mehrere Vereinbarungen zum Verhältnis zu Israel getroffen. Serbien will…