In Pakistan und Iran wächst der Unmut über die Wiederveröffentlichung umstrittener Mohammed-Karikaturen in der französischen Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“. In Pakistan gingen am Freitag Tausende Menschen bei antifranzösischen Demonstrationen auf die Straßen, nachdem die Regierung scharfe Kritik an dem erneuten Abdruck der Karikaturen geübt hatte. Teheran verurteilte die Karikaturen als „Provokation“.

Anlässlich des Prozessbeginns gegen mutmaßliche Helfer der Attentäter des Anschlags auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ hatte die Satire-Zeitung diese Woche in einer Sonderausgabe erneut die Mohammed-Karikaturen gedruckt, wegen derer sie zur Zielscheibe von Islamisten geworden war.

Die Attentäter, die am 7. Januar 2015 den Anschlag auf die Satire-Zeitung in Paris verübten und dabei zwölf Menschen töteten, hatten ihre Tat mit den Karikaturen begründet. Die Zeichnungen zeigen unter anderem den Propheten Mohammed mit einer Bombe auf dem Kopf anstelle eines Turbans.

„Wir müssen eine starke Botschaft an die Franzosen senden, dass diese Respektlosigkeit gegenüber unserem geliebten Propheten nicht toleriert wird“, sagte der Demonstrant Mohammad Ansari während einer Kundgebung in der Stadt Lahore im Osten Pakistans. Die Demonstrationen wurden von der islamistischen Partei Tehreek-e-Labbaik angeführt, die bereits in der Vergangenheit große und oft gewalttätige Proteste wegen angeblicher Blasphemie organisiert hat.

Bilder des Propheten sind im Islam verboten. Die Beleidigung der Religion kann unter den strengen pakistanischen Blasphemiegesetzen mit der Todesstrafe geahndet werden. Bereits vor den Protesten hatte Außenminister Shah Mahmood Qureshi im Onlinedienst Twitter geschrieben, dass die Karikaturen zum Ziel hätten, „die Gefühle von Milliarden von Muslimen zu verletzen“.

Für Teheran stellen die erstmals 2005 in einer dänischen Zeitung erschienenen Karikaturen eine „Beleidigung“ für die mehr als eine Milliarde Muslime weltweit dar. Jegliche respektlose…