Die vierfarbige Ampel ist ab sofort im Internet abrufbar. Die Infektionslage in jeder Region soll von Grün (niedriges Risiko) über Gelb und Orange bis Rot (sehr hohes Risiko) abgebildet werden. Für jede Farbstufe sollen konkrete Maßnahmen gelten. Ein Kriterium ist dabei die Entwicklung der Fallzahlen in den vorherigen sieben Tagen. Zusätzlich werden die Auslastung der Krankenhäuser, die Nachverfolgbarkeit der Ansteckungsketten und das Verhältnis vorgenommener Tests zur Zahl der positiven Nachweise berücksichtigt.

Politik entscheidet über Ampelfarbe

Auch wenn eine Expertenkommission wöchentlich die Lage bewertet, soll die tatsächliche Entscheidung über die Ampelfarbe bei der Regional- und Bundespolitik liegen. Welche Maßnahmen genau durch die jeweiligen Farbstufen ausgelöst werden sollen, blieb bis vor dem Start der Ampel allerdings etwas vage. So gebe es bei Gelb eine Verschärfung der Maskenpflicht im Handel, in der Gastronomie und bei Veranstaltungen, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz bei der Vorstellung der „Corona-Ampel“.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober will einen Lockdown auf jeden Fall verhindern

Die gesetzliche Grundlage für Maßnahmen wie etwa Betretungsverbote kann erst Ende September vom Parlament beschlossen werden, nachdem das Verfassungsgericht die Corona-Verordnung aus dem Frühjahr teilweise kassiert hatte.

Kein Lockdown bei roter Ampel

Einen „klassischen Lockdown“ bei Rot schloss Gesundheitsminister Rudolf Anschober von den Grünen erneut aus. Das Bildungsministerium hat bereits verschiedene Maßnahmen in den Schulen je nach Ampelfarbe angekündigt: So soll bei einer roten Ampel etwa auf Heimunterricht umgestellt werden.

Die Corona-Zahlen in Österreich sind zuletzt deutlich gestiegen. Am Donnerstag wurde mit 403 erfassten Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 ein neuer Höchststand seit dem Sommer erreicht. Rund 3500 Menschen gelten als aktiv erkrankt.

nob/se (dpa, orf.at)