Nach monatelangem, corona-bedingtem Geschäftsausfall hat sich die irische Ryanair frisches Geld von Anlegern besorgt. Mit der Ausgabe neuer Aktien sammelte das Unternehmen rund 400 Millionen Euro ein. So will Europas größter Billigflieger seine finanzielle Lage stabilisieren.

Durch die Reisewarnungen während der Corona-Pandemie waren Fluggesellschaften auf der ganzen Welt in Existenznöte geraten, mussten teilweise mit Milliarden vom Staat gerettet werden. Allein die Lufthansa benötigte neun Milliarden Euro Steuergeld.

Das Jahr 2020 habe sich jetzt bereits als die schwierigste Zeit in der Geschichte der Airline erwiesen, begründete Ryanair seinen Schritt. Schon plant das Unternehmen, in Kürze mit der Ausgabe neuer Anleihen weiteres Geld hereinzuholen, um so ein mögliches künftiges Wachstum zu finanzieren. 

Auch andere Fluggesellschaften versuchen derzeit händeringend, neue Geldquellen aufzutzun. Die British-Airways-Mutter IAG und der britische Billigflieger Easyjet sammelten ebenfalls neue Finalzmittel am Kapitalmarkt ein: Easyjet 470 Millionen Euro im Juni, IAG will sich gar mit der Ausgabe neuer Aktien 2,75 Milliarden Euro besorgen, muss dafür aber noch die Zustimmung seiner Anteilseigner einholen. 

Ryanair verfügte eigenen Angaben zufolge Ende Juni über Barreserven in Höhe von 3,9 Milliarden Euro und 333 Boeing-Jets im Gesamtwert von etwa 7 Milliarden Euro, die nicht mit Krediten belastet sind. Allerdings muss die Airline im kommenden Jahr rund 1,9 Milliarden Euro Schulden zurückzahlen.

Icon: Der Spiegel