Was Greta Thunberg oder Luisa Neubauer nicht gemacht haben, holen nun sechs junge Portugiesen nach: Aus Sorge vor dem Klimawandel verklagen sie Deutschland und weitere 32 Länder vor dem Gerichtshof für Menschenrechte. „Eine beispiellose Aktion“, sagen ihre Anwälte.

Mariana ist erst acht Jahre alt, aber die ebenso junge wie tapfere Portugiesin nimmt es in ihrem Kampf um eine bessere und sicherere Zukunft für ihre Generation sogar mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf. Wegen des Klimawandels verklagte sie am Donnerstag Deutschland und 32 weitere Länder beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg.

Mitkläger bei dieser ungewöhnlichen Aktion sind zwei ältere Geschwister des Mädchens aus Leiria im Zentrum Portugals sowie drei Freunde. „Ich habe große Angst davor, auf einem kranken Planeten leben zu müssen, wenn nichts (gegen den Klimawandel) getan wird“, bekannte Mariana im Interview der Deutschen Presse-Agentur (DPA).

Waldbrände und Tote

Der Tropfen, der das Fass für die sechs jungen Portugiesen zum Überlaufen brachte, waren die verheerenden Brände von 2017 in ihrem Heimatland, bei denen 120 Menschen ums Leben kamen und riesige Waldgebiete zerstört wurden. „Da ist bei mir der Groschen gefallen. Wir haben die Folgen aus nächster Nähe erlebt, und ich habe gemerkt, wie dringend man handeln muss, um den Klimawandel zu stoppen“, erzählt Marianas Schwester Claudia, mit 21 die Älteste der Gruppe.