In der Coronakrise hat CSU-Chef Markus Söder jüngst viel von Signalen gesprochen. Etwa, dass es ein „schlechtes Signal“ wäre, wieder Fußballspiele mit Fans zu erlauben, während die Infektionszahlen steigen. So denkt Söder offenbar auch über den für Dezember geplanten großen Parteitag der Christsozialen.

„Ich glaube, dass ein großer Parteitag mit mehr als tausend Delegierten und Gästen kein gutes Signal wäre“, sagte Söder. Der Parteitag soll nun ins kommende Jahr verschoben werden.

In Zeiten, in denen sogar über die Absage von Weihnachtsmärkten diskutiert werde, müsse die Politik als Vorbild vorangehen, sagte Söder. „Die Botschaft heißt: keine Ausnahmen und keine Privilegien für Parteien gegenüber normalen Veranstaltungen.“  Die CSU habe zudem im September noch einen virtuellen Parteitag geplant.

Söder sagte, es sei auch politisch klüger, den Parteitag erst im neuen Jahr zu machen. „Dann gibt es auch mehr Klarheit bei den Personalentscheidungen der CDU.“

Damit spielt Söder auf die Frage an, wer die große Schwesterpartei der CSU künftig führt. Eigentlich sollte schon bei einem CDU-Parteitag im April ein Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer an der Parteispitze gekürt werden. Wegen der Corona-Pandemie fiel die Veranstaltung aus. Nun soll sie im Dezember in Stuttgart nachgeholt werden.

Bislang haben NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der Wirtschaftsexperte Friedrich Merz und der Außenexperte Norbert Röttgen ihre Kandidaturen angemeldet. Der künftige Parteichef gilt als ein Favorit auf die Kanzlerkandidatur der Union für die Bundestagswahl im Herbst 2021.

Die Entscheidung der CSU gegen einen Präsenzparteitag kann allerdings laut Söder nicht auf die CDU übertragen werden. „Bei der CDU ist das anders, hier müssen Neuwahlen stattfinden“, sagte Söder.

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