Diese Entwicklung könnte Donald Trump etwas Rückenwind für die US-Präsidentschaftswahlen Anfang November verschaffen: Die Lage am Arbeitsmarkt in den USA hat sich trotz der anhaltenden Corona-Pandemie deutlich stärker als erwartet verbessert. Die Arbeitslosenquote fiel im August von 10,2 Prozent im Vormonat auf 8,4 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte.

Analysten hatten hingegen lediglich einen Rückgang auf etwa zehn Prozentpunkte erwartet. Zur Einordnung: Vor Ausbruch der Pandemie hatte die Arbeitslosenquote in der größten Volkswirtschaft der Welt bei 3,5 Prozent gelegen.

Nach Angaben der Behörde wurden im August 1,4 Millionen neue Jobs in den Vereinigten Staaten geschaffen – im Juli hatte diese Zahl noch bei 1,8 Millionen gelegen.

Auch die Löhne und Gehälter ziehen an

Trotz der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Erholung bleibt die Lage am Arbeitsmarkt noch angespannt. Gut 29 Millionen Menschen beziehen derzeit in den USA eine Form von Arbeitslosengeld, wie das Arbeitsministerium mitteilte.

In der Woche bis einschließlich 29. August stellten demnach knapp 900.000 Menschen einen Neuantrag auf Arbeitslosenhilfe. Die Anträge spiegeln die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts wider. Vor der Zuspitzung der Pandemie im März war die Zahl der Neuanträge nur sehr selten über 100.000 gestiegen.

Im April hatte es wegen der Coronakrise einen extremen Einbruch der Beschäftigtenzahl gegeben, sie sank binnen weniger Wochen um mehr als 20 Millionen. Das war der stärkste Rückgang seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1939.

Auch die Löhne und Gehälter wuchsen nach offiziellen Zahlen allerdings inzwischen unerwartet stark: Die Stundenlöhne waren im August im Vergleich zum Vormonat 0,4 Prozent höher. Das geht aus Daten hervor, die das Arbeitsministerium ebenfalls am Freitag veröffentlichte. Analysten hatten eine Stagnation erwartet. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sich die Stundenlöhne um 4,7 Prozent.

Icon: Der Spiegel