Bundesfinanzminister Olaf Scholz will als eine Konsequenz aus dem Wirecard-Skandal die Vorschriften für Mitarbeiter der Finanzaufsicht Bafin verschärfen. „Es muss schon der bloße Anschein von Interessenkonflikten vermieden werden. Deshalb wird die Finanzaufsicht zusätzliche Vorgaben für Mitarbeitergeschäfte erlassen“, sagte der SPD-Politiker dem „Handelsblatt“.

Scholz bezog sich damit auf Geschäfte von Behördenmitarbeitern, die in den Monaten vor der Wirecard-Pleite mit Papieren des Zahlungsanbieters gehandelt hatten.

Im ersten Halbjahr 2020 entfielen 2,4 Prozent aller gemeldeten privaten Finanzgeschäfte von Bafin-Mitarbeitern auf Geschäfte mit Wirecard-Aktien oder -Aktienderivaten. Das Bundesfinanzministerium, das der Bafin übergeordnet ist, sah darin bislang kein Problem. „Auch im Ministerium werden wir, über die geltenden Verbotsregeln hinaus, schärfere Regeln schaffen“, kündigte Scholz nun an.

Icon: Der Spiegel