Eintracht Frankfurt gegen Werder Bremen. SC Freiburg gegen Bayer Leverkusen. Zwei der sechs Begegnungen, die an diesem Wochenende zum Auftakt der Frauen-Bundesliga-Saison 2020/21 auf dem Spielplan stehen, sind selbst jenen vertraut, die sich nur für die Männer-Bundesliga interessieren. Mit dem Champions-League-Finalisten VfL Wolfsburg und dem Viertelfinalisten FC Bayern München kommen zwei weitere „alte Bekannte“ dazu. Der FC Bayern ist der einzige Verein der zwölf Erstligisten, der schon in der ersten Saison der Frauen-Bundesliga – 1990/91 – unter dem aktuellen Namen dabei war. Mehrere Klubs schlossen sich mit anderen zusammen oder änderten ihren Vereinsnamen, oft als Folge der Angliederung an Vereine der Männer-Bundesliga.

Jüngstes Beispiel dafür ist eine Mannschaft, die den Frauenfußball in Deutschland lange Zeit dominiert hat: Der 1. FFC Frankfurt wurde siebenmal deutscher Meister und holte neunmal den DFB Pokal. Dazu gewannen die Frankfurterinnen viermal den Titel der besten Frauen-Mannschaft Europas. Seit dem 1. Juli gehört das Team zu Eintracht Frankfurt. Am 27. August wurde der alte 1. FFC auf einer Mitgliederversammlung als Verein offiziell aufgelöst. In den vergangenen Jahren hatten die Frankfurterinnen zunehmend den Anschluss an die aktuell besten Mannschaften Deutschlands, Wolfsburg und Bayern, verloren – sowohl finanziell als auch sportlich. Da lag es beinahe schon auf der Hand, sich dem Männer-Bundesligisten Eintracht Frankfurt anzuschließen und dafür die Kröte zu schlucken, die eigene Identität aufzugeben.

„Spätestens mit dem Anpfiff im Champions-League-Finale 2015 in Berlin, dem vierten in der Vereinsgeschichte, wusste ich, das kann eigentlich nur der letzte eines reinen Frauenfußball-Vereins gewesen sein, weil der Wettbewerb in Deutschland und in Europa hat immense Fahrt aufgenommen. Wir alle haben das in der Vergangenheit immer gewollt. Und der 1. FFC Frankfurt war mit seinem Geschäftsmodell sicherlich ein besonderes. Aber gegenüber den…