Die Coronavirus-Pandemie bedroht nach einem Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR die Schulbildung  von Millionen minderjährigen Flüchtlingen und damit massiv deren Zukunftschancen. Der Ausfall der Schulen und die Not ihrer Familien könnten ihnen den Bildungsweg aus der Armut für immer abschneiden, warnte das UNHCR in Genf. „Nach allem, was sie durchgemacht haben, können wir ihnen jetzt nicht auch noch dadurch, dass sie nicht mehr zur Schule gehen können, die Zukunft rauben“, sagte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi. 

Schulabbruch aus wirtschaftlichen Gründen

Das UNHCR hat für 2019 Daten aus zwölf Ländern ausgewertet, die besonders viele geflüchtete Minderjährige und deren Familien aufgenommen haben – darunter Jordanien, Pakistan, die Türkei und Uganda. Dort gingen 77 Prozent der geflüchteten Kinder in die Grundschule und 31 Prozent in eine weiterführende Schule. Das ist laut UNHCR eine leichte Verbesserung. Weil die Erhebungsmethoden geändert wurden, seien direkte Vergleiche zu Vorjahren nicht möglich.

UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi: Den minderjährigen Flüchtlingen „nicht die Zukunft rauben“

Dem Hilfswerk zufolge drohen Fortschritte aber zunichte gemacht zu werden. Viele Familien hätten wegen der Corona-Einschränkungen und Wirtschaftseinbrüchen ihre Lebensgrundlage verloren. Sie könnten sich Schulmaterial und -uniformen nicht mehr leisten und sähen sich gezwungen, ihre Kinder zur Arbeit anstatt in die Schule zu schicken. Vor allem geflüchtete Mädchen trifft die Situation laut UNHCR hart: Man rechne damit, dass die Hälfte derjenigen, die vor der Corona-Krise in einem der betrachteten Länder eine weiterführende Schule besuchten, diese abbrechen müssten.

Auch Flüchtlinge in Deutschland betroffen

Auch in Deutschland trafen die Corona-Einschränkungen dem Bildungsbericht zufolge Kinder aus Flüchtlingsfamilien besonders stark – weil ihnen der Zugang zu wichtiger Technologie fehlte. Darauf wies ergänzend der…