Wenn in den vergangenen Monaten die besten Fußballer im Land aufeinandertrafen, erinnerte die Atmosphäre meist eher an einen Kreisklassekick: Dort wo sonst Tausende in supermodernen Arenen ihre Teams nach vorne peitschten, blieben die Ränge leer. Die Coronakrise hat auch im Spitzensport ihre spür- und sichtbaren Folgen hinterlassen.

Nun aber soll die Zeit der Geisterspiele vorbei sein – zumindest in einigen Stadien. Bundesligist RB Leipzig etwa hat von den örtlichen Behörden die Erlaubnis erhalten, das erste Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 vor bis zu 8500 Zuschauern zu bestreiten. Auch andere Clubs wollen im DFB-Pokal und in der Liga zumindest vor einigen hundert Fans spielen.

Allerdings halten das manche für vorschnell – und damit für einen Fehler. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kritisierte die Zulassung von größeren Zuschauermengen in Fußballstadien scharf. „Jetzt wieder Fußballspiele mit Fans zu erlauben, während gleichzeitig die Infektionszahlen steigen, wäre ein schlechtes Signal“, sagte der CSU-Chef der „Passauer Neuen Presse“.

Für Söder birgt dies das Risiko von Wettbewerbsverzerrungen. „Ein Verein mit Fans, die anderen ohne – das kann weder im Sinn der Liga noch des Sports sein“, sagte der 53-Jährige. Er forderte daher „für die Bundesliga einheitliche Regeln“ für die Rückkehr von Fans in die Arenen.

„Noch lange nicht über den Berg“

Die 36 Mitglieder der Deutschen Fußball Liga beraten am Donnerstag ab 11 Uhr in einer Videoschalte über das weitere Vorgehen für die neue Saison in der 1. und 2. Bundesliga, die Mitte September beginnt. Nachdem die Politik in der Vorwoche eine generelle Entscheidung zum Umgang mit Großevents im Fußball bis Ende Oktober vertagt hat, droht aufgrund der regional sehr unterschiedlichen Verfügungslage ein Flickenteppich bei der Zulassung von Zuschauern.

Die CSU-Landesgruppe im Bundestag kommt am Donnerstag in Berlin zu ihrer Klausur zusammen. Söder widersprach der positiven Konjunktureinschätzung von…