In Reportagen, Analysen, Fotos, Videos und Podcasts berichten wir weltweit über soziale Ungerechtigkeiten, gesellschaftliche Entwicklungen und vielversprechende Ansätze für globale Probleme.

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Die Korallen sollen unter Stress geraten, das wollen Sam Teicher und sein Team so. In den Wasserbecken, in denen sie die Nesseltiere züchten, drehen sie die Temperatur herauf und herunter, sie erhöhen den Säuregehalt des Wassers. Kurz: Sie spielen Klimawandel, um die Korallen widerstandsfähiger zu machen – damit diese länger überleben, wenn sie später wieder im Meer ausgesetzt werden.

„Korallen können sich eigentlich gut an veränderte Umweltbedingungen anpassen, aber sie sind nicht schnell genug für den Klimawandel“, sagt Teicher. „Wir schicken die Korallen sozusagen ins Fitnessstudio.“

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Sam Teicher, Gründer von „Coral Vita“

Foto: privat

Zusammen mit seinem Freund Gator Halpern hat der 30-jährige US-Amerikaner das soziale Start-up „Coral Vita“ in der Karibik gegründet. Sie wollen Riffe wieder aufforsten – indem sie in Farmen an Land Korallen züchten, die nicht nur resistenter werden sollen, sondern auch viel schneller wachsen als in der Natur. Später werden sie dann wieder ins Meer ausgesetzt.

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Riffe wie hier auf den Fidschi-Inseln sind nicht nur eine Touristenattraktion, sondern auch eine Unterwasserstadt für Pflanzen und Tiere

Foto: Mark Conlin / VWPics / imago images

Die Mission der Farmer ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Weltweit sind Korallenriffe vom Aussterben bedroht, viele der von Fischen, Krebstieren, Schwämmen und anderen Meeresbewohnern bevölkerten Ökosysteme haben sich bereits in Friedhöfe verwandelt: An die frühere Farbenpracht erinnern nur noch ausgebleichte Skelette.

Korallen leben in einer Symbiose mit Algen, die den Riffs normalerweise ihre intensiven Farben verleihen. Wenn sich die Wassertemperatur etwa stark…