„Es ist irgendwie unvorstellbar, aber ich habe den Insolvenzantrag am Dienstag beim Amtsgericht eingereicht – wir sind am Ende“, sagte Geschäftsführer Armin Lobscheid der Zeitung „Express“. Ein Sprecher des Kölner Amtsgerichts bestätigte dem Westdeutschen Rundfunk den Eingang des Antrags.

Nach Lobscheids Angaben waren die Kosten des konzessionierten Großbetriebs in dem markanten zehnstöckigen Hochhaus im Stadtteil Neuehrenfeld mit 60 Angestellten zu hoch. Über Einnahmen verfügt das Bordell schon seit Monaten nicht, weil die Prostitution wegen der Corona-Pandemie verboten wurde. Der Chef kritisiert die Politik für ihre Strategie, das Verbot von sexuellen Dienstleistungen immer wieder kurzfristig zu verlängern.

Anfang der 1970er Jahre eröffnet

Das blaue Hochhaus wurde Anfang der 1970er Jahre zunächst als namenloses Eros-Center eröffnet. Bis zu diesem Zeitpunkt arbeiteten die Kölner Sexarbeiterinnen überwiegend mitten in der Kölner Innenstadt, was zum ständigen Ärger mit Anwohnern und Geschäftsleuten führte. Die Idee des Kölner Stadtrates damals: Ein konzessionierter Betreiber sollte auf städtischem Grund ein Hochhaus mit vielen kleinen Separees bauen lassen, um die Prostitution dort bündeln und kontrollieren zu können. Seit 1995 heißt das Bordell „Pascha“ und die Kundenzahl stieg kontinuierlich.

Prostituierte im „Pascha“ warten auf Kundschaft (Archivbild)

Das „Pascha“ besteht aus mehr als hundert Appartements, in denen Prostituierte arbeiten. Dazu kommt eine eigene Infrastruktur aus Restaurant, Bistros, Waschsalon, Hausmeisterservice, Sonnenstudio, Schönheitssalon und weiteren Einrichtungen. Entsprechend arbeiten dort unter anderem Köche, Handwerker oder Reinigungskräfte.

„Die Branche wird hingehalten“

Die Branche fordert schon seit längerem eine Wiedereröffnung und warnt vor den Folgen einer anhaltenden Schließung. Prostitution wird nach ihrer Darstellung dadurch hauptsächlich in illegale und unregulierte Bereiche verlagert, wo Frauen weit…