Raumgreifende Installationen, Filme, Skulpturen, ein riesiges Bodengemälde – Kuratorin Martina Weinhart hatte sich schon lange auf die erste Einzelausstellung von Ramin Haeri­z­a­deh, Rokni Haeri­z­a­deh und Hesam Rahma­nian in Deutschland gefreut. „Alles lief gut“, erzählt die Kunsthistorikerin der DW. „Doch auf einmal hieß es: Vollbremsung!“ Die Pandemie machte Museum und Künstlern einen Strich durch die Rechnung: Die Schirn musste schließen. Sämtliche Vorbereitungen gerieten ins Stocken – Ausgang offen.

Vier Monate später sieht die Welt wieder bunter aus, auch in Weinharts Museum: Ein monumentales Gemälde zieht sich nun über den Boden der Kunsthalle. Seltsame Mensch-Tier-Gestalten bevölkern einen Kosmos voller Bilder, Symbole und Erinnerungen. Die Motive ihrer Bilderwelt schöpfen das Brüderpaar Ramin und Rokni Haeri­z­a­deh und ihr Künstlerkollege Hesam Rahma­nian aus biographischen Versatzstücken, vermischt mit politischen Eindrücken und dem Background einer reichen persischen Kultur. „Entstanden ist eine begehbare Bodenarbeit“, sagt Kuratorin Weinhart, „ein großer Essay mit vielen Referenzen.“ Er wird ergänzt um Skulp­tu­ren, Collagen und Video­ar­bei­ten. 

Seltsame Tier-Mensch-Figuren bevölkern die Bildwelt von Ramin Haerizadeh, Rokni Haerizadeh und Hesam Rahmanian

Eine Kunst-Villa in Dubai

Das Werk des Künstlertrios kreist ebenso um die Krisen des Nahen Ostens wie um dîe Zustände im Iran, um Exil und Migra­tion, um Genderfragen oder auch die Mechanismen des Kunstmarktes. Seit Jahren leben und arbeiten die drei Künstler in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Der Bilderkosmos des Künstlertrios besteht aus vielfältigen Motiven.

Basis und Zentrum der künst­le­ri­schen Arbeit des Trios ist ein Haus in Dubai. „Ihre mit den verschiedensten Dingen bestückte Villa in der Al Barsha Street Dubai ist weit mehr als ein gewöhnliches Wohnhaus“, schrieb die Kunsthalle Zürich vor fünf Jahren aus Anlass der europaweit ersten…