Mit einem 100 Milliarden Euro schweren Konjunkturpaket will Frankreichs Regierung die von der Coronakrise geschwächte Wirtschaft stärken. „France relance“, wie das Programm auf Französisch heißt, soll das Wirtschaftswachstum des Landes bis Ende 2022 wieder auf das Niveau von vor der Coronakrise bringen.

„Dieser Erholungsplan zielt darauf ab, einen Zusammenbruch der Wirtschaft und eine Explosion der Arbeitslosigkeit zu verhindern“, sagte Ministerpräsident Jean Castex dem Sender RTL Radio. Die Regierung wolle mit dem Paket im kommenden Jahr mindestens 160.000 Arbeitsplätze schaffen. An diesem Dienstag wurde der Plan im Ministerrat unter dem Vorsitz von Staatspräsident Emmanuel Macron besprochen.

Laut Insidern sollen 35 Milliarden Euro dazu verwendet werden, die heimische Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen, rund 30 Milliarden Euro sollen in umweltfreundliche Energiepolitik fließen und 25 Milliarden Euro sind für die Förderung von Arbeitsplätzen vorgesehen.

Frankreichs Wirtschaftsleistung war im zweiten Quartal um fast 14 Prozent abgestürzt – nach einem Minus von knapp sechs Prozent in den ersten drei Monaten. Der landesweite Lockdown hatte weite Teile der Wirtschaft lahmgelegt. Unter anderem mussten Geschäfte und Hotels bis zum 11. Mai schließen. Erst ab 2. Juni durften Cafés und Restaurants wieder aufmachen.

Für das Gesamtjahr 2020 rechnen Ökonomen mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von elf Prozent. Das wäre ein fast doppelt so hohes Minus, wie die Bundesregierung für Deutschland erwartet. Zudem fürchten viele Franzosen einen neuerlichen Lockdown. Denn in den vergangenen Tagen und Wochen sind die Infektionszahlen rapide nach oben geschossen.

Icon: Der Spiegel