Jahrzehntelang litt die philippinische Bevölkerung unter der brutalen Herrschaft von Diktator Ferdinand Marcos. Umso mehr haben nun Pläne Empörung ausgelöst, Marcos‘ Geburtstag in seiner Heimatprovinz Ilocos Norte zu einem offiziellen Feiertag zu erklären. Dort soll der 11. September künftig als „Tag des Präsidenten Ferdinand Edralin Marcos“ gelten. Ein entsprechender Gesetzentwurf der Regierung wurde von der Abgeordnetenkammer gebilligt. Der Senat und Präsident Rodrigo Duterte müssen noch zustimmen.

„Dies ist ein Affront gegen das philippinische Volk, das unter Marcos‘ Unterdrückungspolitik und der Plünderung der Staatskasse gelitten hat“, sagte Danilo dela Fuente. Er ist Vize-Vorsitzender einer Gruppe von Personen, die während Marcos‘ Herrschaft inhaftiert waren. Etta Rosales, ebenfalls ein Opfer von Folter und Haft, sagte: „Wir feiern keine Diktatoren.“ Sie nannte das Vorhaben „ekelhaft und beleidigend“.

Kriegsrecht und schwere Menschenrechtsverletzungen

Marcos war von 1965 bis 1986 Präsident der Philippinen. 1972 verhängte er das Kriegsrecht und regierte seitdem diktatorisch. Ihm wurden schwere Menschenrechtsverletzungen zur Last gelegt. Jegliche Opposition wurde unterdrückt.

Zudem galt er als einer der korruptesten Herrscher der Welt: Zusammen mit seiner Familie soll er sich aus der Staatskasse bedient haben. Seine Frau Imelda Marcos, mittlerweile 91 Jahre alt, ist bis heute berüchtigt für ihre Verschwendungssucht und ihre große Schuh-Kollektion. Im Jahr 1986 flüchtete Ferdinand Marcos in die USA, nachdem er durch einen Volksaufstand gestürzt worden war; 1989 starb er auf Hawaii.

2016 war Marcos auf dem Heldenfriedhof der Philippinen in Manila beigesetzt worden – 27 Jahre nach seinem Tod. Marcos‘ Nachfolger hatten dies stets verhindert. Duterte, seit 2016 im Amt, werden enge Verbindungen zur Familie Marcos nachgesagt.

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