von Dieter Hoß
03.09.2020, 14:23 Uhr

Donald Trump hat zum Wahlbetrug aufgerufen, um die Zuverlässigkeit der Briefwahl zu testen. Wähler sollten versuchen, auf zwei Wegen ihre Stimme abzugeben. Er wird nicht müde, die Briefwahl als Betrug hinzustellen. Dabei beweist ihm ausgerechnet das US-Militär seit langer Zeit, dass es nicht so ist.

Wenn man Donald Trump so reden hört in diesen Tagen, dann könnte man den Eindruck gewinnen, dass von der Briefwahl Wohl und Wehe der Nation abhinge. „Mit universeller Briefwahl wird 2020 die UNGENAUESTE und BETRÜGERISCHSTE Wahl der Geschichte werden“, twitterte der amtierende US-Präsident schon im Juni und wird seither nicht müde, die Zuverlässigkeit der Stimmabgabe per Brief infrage zu stellen. Sie diene nur den Demokraten als Mittel, „die Wahl zu stehlen“. Denn, so der Amtsinhaber während des Nominierungsparteitags der Republikaner vergangene Woche: „Sie können uns diese Wahl nur wegnehmen, wenn dies eine manipulierte Wahl ist. Wir werden gewinnen.“

In North Carolina verstieg sich der Präsident am Mittwoch dazu, Briefwähler aufzurufen, zusätzlich persönlich ihre Stimme abzugeben. „Und wenn deren System so gut ist, wie sie sagen, dann werden sie ganz offensichtlich nicht abstimmen können“, sagte Trump dem lokalen TV-Sender WECT nach seiner Ankunft in Wilmington. Das allerdings ist ein direkter Aufruf zum Wahlbetrug, und der Hinweis auf „deren System“ offenbart zudem eine für ein Staatsoberhaupt bemerkenswerte Distanz zum eigenen Wahlsystem. Trumps Worte suggerieren, dass die…