Nach Angaben von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sind die beiden NATO-Staaten Türkei und Griechenland zu direkten Gesprächen unter dem Schirm der Militärallianz bereit. Dabei gehe es vorrangig darum, das Risiko eines „versehentlichen militärischen Zusammenstoßes“ im Streit über Ansprüche im östlichen Mittelmeerraum zu verringern, sagte der Norweger Stoltenberg in Brüssel. Beide Seiten hätten sich einverstanden erklärt, im „Dialog“ entsprechende Mechanismen zu vereinbaren.

Grund für die Bemühungen der NATO, die Türkei und Griechenland an einen Tisch zu bringen, ist der seit Wochen immer weiter eskalierende Streit um Erdgasvorkommen im Mittelmeer. Die beiden Staaten und auch Zypern erheben Ansprüche auf Seegebiete im östlichen Mittelmeer, in denen diese vermutet werden.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg will in dem Streit schlichten

Griechenland bezichtigt die Türkei, vor griechischen Inseln illegal Vorkommen zu erkunden. Die Regierung in Ankara weist die Vorwürfe zurück und vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer, in denen probeweise nach Erdgas gebohrt wird, zum türkischen Festlandsockel gehören.

Im Zuge von Militärmanövern in dem Seegebiet war es zuletzt sogar zu einer Kollision zwischen einem griechischen und einem türkischen Kriegsschiff gekommen. Die Türkei wirft Griechenland vor, für den Zusammenstoß verantwortlich zu sein.

NATO-Generalsekretär Stoltenberg versucht wie die Bundesregierung, in dem Streit zu vermitteln. Er hatte deswegen zuletzt mehrfach mit Spitzenpolitikern beider Seiten gesprochen. Das türkische Präsidialamt teilte zudem mit, Präsident Recep Tayyip Erdogan habe per Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Lage im östlichen Mittelmeer und die Spannungen dort beraten.

qu/rb (dpa, afp, rtr, ap)