Doch was folgt daraus? Es mehren sich Stimmen, die scharfe Konsequenzen für Moskau fordern. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Norbert Röttgen, spricht sich für eine klare, harte und einheitliche europäische Linie aus. „Jetzt sind wir erneut brutal mit der menschenverachtenden Realität des Regimes Putin konfrontiert worden“, sagte CDU-Politiker in den ARD-„Tagesthemen“.

Alles müsse nun auf den Prüfstand, so Röttgen. Auch das Pipeline-Projekt Nord Stream 2. Durch die gemeinsam gebaute Leitung in der Ostsee soll russisches Erdgas nach Deutschland geliefert werden. Merkel selbst hatte noch am Dienstag betont, dass sie das Projekt fertigstellen wolle. Wenn es jetzt dazu käme, wäre das die maximale Bestätigung und Ermunterung für Russlands Präsident Wladimir Putin, mit genau dieser Politik fortzufahren, sagte nun jedoch Röttgen. Die Grünen forderten bereits einen Abbruch des deutsch-russischen Pipeline-Projekts.

Kubicki warnt vor schnellem Baustopp

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) wiederum warnte vor einem schnellen Baustopp der Erdgasleitung. „Ich bin skeptisch, dass wir in der jetzigen Phase unserer Erkenntnisse ein Projekt dieser Größenordnung infrage stellen sollten“, sagte Kubicki im Deutschlandfunk. Je nach Entwicklung könne es aber sein, dass der Bau nicht vollendet werde.

Kubicki hält es für möglich, dass die Tat verübt wurde, ohne dass der Kreml involviert war. Er machte deutlich, dass er „nicht glauben will, dass (Präsident) Wladimir Putin oder überhaupt die Regierung hinter diesem Anschlag steckt“. Kubicki sagte: „Es gibt auch Kräfte in der russischen Administration, die teilweise ein Eigenleben führen.“

Die russische Regierung müsse nun aber die Hintergründe aufklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. „Meine Hoffnung geht noch dahin, dass Putin selbst dokumentieren wird, dass es nicht auf sein Geheiß geschehen ist, nicht unter seine Ägide geschehen ist. Sollte es anders sein, sollten…