Die USA haben die Aufhebung eines jahrzehntealten Waffenembargos gegen Zypern für „nicht-tödliche“ militärische Güter angekündigt. Ab dem 1. Oktober werde das Embargo zunächst ein Jahr lang ausgesetzt, informierte US-Außenminister Mike Pompeo den zyprischen Präsidenten Nicos Anastasiades.

Das US-Waffenembargo gegen Zypern gilt seit 1987. Es wurde seinerzeit gegen die gesamte Insel mit dem Ziel verhängt, eine friedliche Lösung im Zypern-Konflikt zu fördern. Inzwischen wird das Embargo aber von US-Regierungsmitgliedern und auch parteiübergreifend im Kongress als kontraproduktiv bewertet.

Heftiger Protest aus Ankara

Die Türkei protestierte umgehend gegen den Schritt Washingtons. Dieser „vergiftet den Frieden und die Stabilität“ in der Region, teilte das Außenministerium in Ankara mit. Die Türkei werde „notwendige, entschiedene Gegenmaßnahmen einleiten“, um die „Sicherheit der türkischen Zyprer“ zu garantieren. Die Türkei hält den Nordteil Zyperns seit 1974 militärisch besetzt. Ankara erkennt die Regierung des griechischen Südens – der Republik Zypern, die seit 2004 der Europäischen Union angehört – nicht an. Die Türkei erkennt stattdessen die Türkische Republik Nordzypern im Norden der Insel an – allerdings als einziger Staat weltweit. 

Die türkische „Oruc Reis“ soll noch bis zum 12. September im östlichen Mittelmeer nach Erdgas suchen

Die Lage im östlichen Mittelmeer ist derzeit angespannt. Seit der Entdeckung reicher Gasvorkommen gibt es heftigen Streit um deren Ausbeutung. Sowohl Griechenland und Zypern als auch die Türkei erheben Anspruch auf die betreffenden Seegebiete und untermauern diesen auch durch die Entsendung von Kriegsschiffen.

Unmut in Athen, Warnung aus Brüssel 

Erst am Dienstag hatte die Führung in Ankara die umstrittene Erdgas-Suche im östlichen Mittelmeer abermals verlängert. Der Einsatz des Forschungsschiffs „Oruc Reis“ soll nach Angaben der Marinebehörde nun mindestens bis zum 12. September dauern. 

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