Paris
Prozess wegen Anschlag auf „Charlie Hebdo“: Richter verlesen 271-Seiten-Anklage

Sehen Sie im Video: Prozess gegen mutmaßliche Mittäter des Anschlags auf „Charlie Hebdo“ beginnt.

In Paris hat der Prozess gegen die mutmaßlichen Mittäter des Anschlags auf die Redaktion der französischen Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ begonnen. Die beiden Attentäter Chèrif und Said Kouachi, die die Redaktion im Januar 2015 gestürmt, elf Mitarbeiter sowie einen Polizisten getötet hatten, wurden von der Polizei erschossen. 14 mutmaßliche Komplizen wurden angeklagt, drei von ihnen jedoch in Abwesenheit, da sie entweder in Syrien vermutet werden, oder nach Einschätzungen der Ermittler möglicherweise sogar tot sein könnten. Einige Angeklagte sollen zudem den Islamisten Amedy Coulibaly unterstützt haben, der mit den Kouachi-Brüdern befreundet war und einen Tag später einen Polizisten und wiederum einen Tag später vier weitere Menschen in einem koscheren Supermarkt getötet hatte. Die Satire-Zeitschrift legte unterdessen die umstrittenen Mohammed-Karikaturen wieder auf. „Wir werden uns nie ergeben. Wir werden nie aufgeben“, schrieb ein Redakteur zum Titel der Ausgabe am Mittwoch. Die Karikaturen hatten eine Welle von Protesten ausgelöst und werden von vielen auch heute noch als Provokation wahrgenommen: „Ehrlich gesagt, halte ich das für einen Angriff auf die Würde der Muslime. Es hat wirklich viele Spannungen zwischen Moslems und anderen Nationen ausgelöst. Ich stimme dem nicht zu, aufrichtig, ich stimme dem nicht zu, denn nicht jeder Moslem ist ein Terrorist. Charlie Hebdo karikiert die Muslime, er steckt sie in eine Kiste.“ Andere wiederum dürften die erneute Veröffentlichung als Verteidigung der Meinungs- und Pressefreiheit sehen. Präsident Emmanuel Macron sagte am…