Rund ein Drittel der Homosexuellen in Deutschland wird im Arbeitsleben diskriminiert. Unter den Trans-Menschen sind es sogar mehr als 40 Prozent, wie eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Universität Bielefeld ergab. In etwa der gleichen Größenordnung finden sich demnach Menschen, die vor Kollegen immer noch nicht offen mit ihrer Sexualität oder Geschlechtsidentität umgehen. Die Erhebung untersucht das Arbeitsumfeld von homo- und bisexuellen sowie trans-, queer und intersexuellen Menschen (LGBT+).

„Die Zahlen decken sich mit dem, was wir aus eigenen Erhebungen und auch aus unserer Beratungspraxis wissen“, sagte Bernhard Franke, kommissarischer Leiter der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Im Arbeitsleben müssten homo- und bisexuelle Menschen häufig neben Mobbing auch sexuelle Belästigung erfahren und hielten deshalb ihre geschlechtliche Identität geheim. „Niemand darf in Deutschland wegen seiner sexuellen oder seiner Geschlechtsidentität benachteiligt werden“, sagte Franke.

Nicht nur Mobbing

Transpersonen hätten in besonderem Maß mit Diskriminierung zu kämpfen. Oft würden Namensänderungen nicht akzeptiert, so Franke weiter. Daneben gebe es häufig Mobbingerfahrungen: „Zum Beispiel ein unangemessenes, oft sexualisiertes Interesse am Privatleben, das Imitieren oder Lächerlichmachen von Stimme oder Gesten oder die Verweigerung, die Toiletten entsprechend der Geschlechtsidentität nutzen zu dürfen.“

Für Veränderungen seien vor allem Arbeitgeber gefragt, betonte Franke: „Unternehmen sollten Vielfalt herausstreichen und fördern – und nicht verstecken.“ Außerdem sei es wichtig, einzuschreiten, sobald Diskriminierung bekannt werde.

Höhere Qualifikation, andere Branchen

Homosexuelle und Trans-Menschen gehen der aktuellen Studie zufolge zwar in ähnlichem Maße einer Erwerbstätigkeit nach wie die heterosexuelle Bevölkerung, doch sind sie meistens höher qualifiziert und in anderen…