Deutschland oder Niederlande? Robin Gosens hatte die Qual der Wahl. „Dass ich mich zwischen zwei fußballverrückten Nationen entscheiden konnte – das ist eigentlich unfassbar!“, sagte der Verteidiger des italienischen Erstligisten Atalanta Bergamo der Zeitung „Bild am Sonntag“. Gosens wird höchstwahrscheinlich im Nations-League-Spiel am Donnerstag in Stuttgart gegen Spanien (Anpfiff 20.45 Uhr MESZ, ab 20.30 im DW-Liveticker) sein Debüt im deutschen Nationalteam geben wird. „Für mich war es einfach eine Entscheidung des Herzens, zu welchem Land ich mich mehr hingezogen fühle. Und das ist Deutschland, schließlich bin ich hier aufgewachsen, und meine Bindungen sind einfach stärker.“ Gosens wurde in Emmerich nahe der deutsch-holländischen Grenze geboren, als Sohn eines Niederländers und einer Deutschen. Als Profi hat er jedoch niemals für einen deutschen Verein gespielt. Ein kurioser Werdegang für einen Bald-Nationalspieler.

„Fiasko“ bei BVB-Probetraining

Mit 18 Jahren wurde Gosens zu einem Probetraining bei Borussia Dortmund eingeladen, doch es endete in einem „Fiasko“, wie sich der heute 26-Jährige erinnert. „Ich konnte überhaupt nicht mithalten.“ Vielleicht fehlte ihm damals auch noch die professionelle Einstellung. Gosens räumt ein, dass er gerne mit Freunden um die Häuser zog. Im selben Jahr wurde jedoch ein Scout des niederländischen Erstligisten Vitesse Arnheim auf den jungen deutschen Spieler aufmerksam. Bei den Junioren des Klubs setzte er sich durch und schaffte den Sprung in die erste Mannschaft, die von Peter Bosz trainiert wurde, dem heutigen Coach des Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen.

Robin Gosens (l.) kann auch wütend werden – wie hier im Champions-League-Spiel gegen den FC Valencia

2013 unterschrieb Gosens in Arnheim seinen ersten Profivertrag. Nächste Station war der niederländische Zweitligist FC Dordrecht, an den der Verteidiger Anfang 2014 ausgeliehen wurde und mit dem er ein halbes Jahr später den Aufstieg in die Ehrendivision schaffte….