Noch in diesem Monat will das Schweizer Pharmaunternehmen Roche einen Schnelltest auf den Markt bringen, der in nur 15 Minuten erkennen kann, ob jemand mit Sars-CoV-2 infiziert ist. Anfang Oktober soll er dann auch in Deutschland erhältlich sein. Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest soll ein Teststreifen direkt ein positives oder negatives Ergebnis anzeigen. Rund 40 Millionen Tests will die Firma pro Monat produzieren.

Die Ankündigung klingt wie die nächste große Hoffnung: Man könnte den Test in Notaufnahmen durchführen oder vor dem Besuch in Altenheimen. In einem nächsten Schritt vielleicht sogar vor Konzerten oder Fußballspielen, denn wenn nur negativ Getestete zusammenkommen, müssten Großveranstaltungen doch wieder möglich sein – oder?

Der neue Test funktioniert anders als die bisher bekannten Testverfahren, das stimmt. Doch wird er weder frei in Apotheken verfügbar sein, noch scheinen die Ergebnisse aussagekräftig genug zu sein, um ihn flächendeckend einzusetzen. Der Überblick.

Wie funktioniert der Roche-Schnelltest?

Der neue Test von Roche ist ein Antigentest. Laut Herstellerangaben kann er, ähnlich wie der PCR-Test, Abstriche aus dem Nasen-Rachen-Bereich auswerten. Während die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) jedoch die RNA des Virus vermehrt und so das Erbgut – falls es vorhanden ist – nachweist, sucht der Antigentest nach den für das Virus typischen Proteinen.

Dazu wird per Abstrichtupfer eine Probe aus dem Nasen-Rachenraum entnommen und auf einen Teststreifen mit Antikörpern gegen Sars-CoV-2 gegeben. „Falls Antigene in ausreichender Konzentration vorhanden sind, binden sie an die Antikörper“, schreibt Roche in einer Mitteilung. Nach etwa 15 Minuten werde dann ein positives oder negatives Ergebnis angezeigt.

Da es sehr schwierig ist, selbst mit dem Teststäbchen tief genug in den Rachen vorzudringen, kann die Probe nur von medizinisch geschultem Personal entnommen werden. Der Schnelltest eignet sich also nicht für den Hausgebrauch.

Wie zuverlässig…