Mehr als fünf Jahre nach dem Anschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ beginnt am Mittwochvormittag der Prozess gegen mutmaßliche Komplizen der Attentäter. Vor einem Pariser Schwurgericht müssen sich elf Verdächtige wegen „Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe“ verantworten. Drei weitere Männer sind in Abwesenheit angeklagt, sie werden mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Die Verdächtigen sollen das islamistische Brüderpaar unterstützt haben, das im Januar 2015 die Redaktionsräume der Zeitung stürmte und zwölf Menschen tötete, darunter einige der bekanntesten Karikaturisten Frankreichs. Zudem sollen sie einen weiteren Islamisten unterstützt haben, der anschließend eine Polizistin und vier Kunden eines koscheren Supermarktes tötete. Den Angeklagten drohen lebenslängliche Haftstrafen. Die drei Attentäter wurden damals von der Polizei erschossen.

Die 14 Angeklagten sollen bei der Vorbereitung der Angriffe geholfen und beispielsweise Waffen besorgt oder eine Unterkunft zur Verfügung gestellt haben, sagte der Anti-Terror-Staatsanwalt Jean-François Ricard dem Radionachrichtensender Franceinfo. Nach drei der Angeklagten wird immer noch gefahndet – ob sie noch leben, ist unklar. Nach Einschätzung von Geheimdiensten kamen diese Angeklagten aber vermutlich in Syrien oder im Irak ums Leben.

Es handelt sich um den bisher größten Prozess wegen der islamistischen Anschlagsserie mit weiteren Attentaten und insgesamt 258 Todesopfern in Frankreich. Innenminister Gérald Darmanin nannte das Verfahren „historisch“. Außer auf die Redaktion von Charlie Hebdo verübten islamistische Täter 2015 in Paris unter anderem im November Anschläge, bei denen 130 Menschen starben, unter anderem am Fußballstadion Stade de France und in der Konzerthalle Bataclan.

Prozess unter hohen Sicherheitsvorkehrungen

Der Prozess um „Charlie Hebdo“ sollte bereits im Mai beginnen, wurde dann aber wegen der Ausgangsbeschränkungen im Rahmen der Corona-Pandemie verschoben. Die…