Seit Jahren ist Regierungschefin Nicola Sturgeon die Anführerin der Separatisten in Schottland – nun will sie ein neues Unabhängigkeitsreferendum auf den Weg bringen. In einem Gesetzentwurf sollen nun der Zeitrahmen, die Bedingungen und die genaue Fragestellung für die Abstimmung festgelegt werden.

Bei der nächsten Parlamentswahl im Mai 2021 werde sie sich dafür stark machen, dass Schottland ein unabhängiges Land werde, das über seine eigene Zukunft entscheiden könne.

Sturgeon kann ein Referendum nicht erzwingen

Erzwingen kann Sturgeon ein Referendum aber nicht, sie braucht die Zustimmung Londons. Der britische Premierminister Boris Johnson hat wiederholt klargemacht, dass er keine zweite Volksabstimmung zulassen wird. Für ihn wurde die Frage beim ersten Referendum 2014 geklärt.

Damals hatten sich rund 55 Prozent der Schotten gegen eine Abspaltung vom Vereinigten Königreich ausgesprochen. Sturgeon sagt jedoch, die Umstände hätten sich durch den Brexit geändert.

Bei der britischen Parlamentswahl im Dezember hatte Sturgeons Schottische Nationalpartei SNP zugelegt und 45 Prozent der Wählerstimmen bekommen und damit 8,1 Prozentpunkte zugelegt. Die Partei sieht sich daher in ihrem Unabhängigkeitsstreben bestätigt. Bereits nach der Wahl im Dezember hatte Sturgeon angekündigt, ein neues Referendum vorzubereiten.

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