Verhaftungen am Lyzeum in Minsk, einer Eliteschule der Staatlichen Universität Belarus: Polizisten führen Jugendliche vom Gelände und setzen sie in Transportern fest. Die Bilder verbreiten sich derzeit in den sozialen Netzwerken. Medienberichten zufolge hatten zuvor mehr als einhundert Demonstranten vor dem Schulgebäude eine Menschenkette gebildet, Fahnen geschwenkt und gerufen: „Es lebe Belarus“.

Mitarbeiter der Schule veröffentlichten inzwischen einen offenen Brief, in dem sie die Eskalation der Gewalt in Belarus verurteilen und sich für Meinungsfreiheit aussprechen. Das Lyceum ist eine der renommiertesten Schulen in Belarus. Auch eine Enkelin des umstrittenen Präsidenten Alexander Lukaschenko hat die Einrichtung besucht. Der Machthaber selbst warnte inzwischen vor einem „Blutbad“, sollte die Opposition an die Macht kommen.

Alexander Lukaschenko, Präsident Belarus: 

„Sie werden alles in Stücke schneiden und anfangen, Menschen und ihre Kinder zu töten. Das ist es, was mich beunruhigt. Nicht die Macht zu verlieren, wie einige Leute in Russland sagen. Ich will nicht, dass mein Land in Stücke geschnitten wird, das ich aus den Trümmern des Imperiums aufgebaut habe. Und ich will nicht, dass die ehrlichen, anständigen Menschen getötet werden, die daran mitgearbeitet haben. Das wird keine Lustration werden, wie manche sagen. Es wird ein Blutbad.“ 

Die EU erkennt die Wiederwahl Lukaschenkos nicht an und hat Sanktionen angekündigt. Russland, das traditionell enge Beziehungen zu der ehemaligen Sowjetrepublik unterhält, stellt sich dagegen hinter Lukaschenko.