Diese Nachricht dürfte für einige Beunruhigung gerade in den Szenevierteln von Berlin oder Hamburg sorgen: Airbnb muss die Daten von Vermietern zu steuerlichen Kontrollzwecken herausrücken. Das habe eine Sondereinheit der Hamburger Steuerfahndung gemeinsam mit anderen Bundes- und Landesbehörden in einem mehrjährigen internationalen juristischen Verfahren erreicht, teilte die Hamburger Finanzbehörde am Mittwoch mit. Diese würden nun von den Hamburger Steuerfahndern ausgewertet und auch an andere Bundesländer weitergereicht.

Zwar benennt die Behörde nicht offiziell Airbnb, sondern spricht von einem „weltweit agierenden Vermittlungsportal für Buchung und Vermittlung von Unterkünften“ – was dann doch recht eindeutig ist. Damit könnte vielen Vermietern Besuch von der Steuerfahndung drohen.

„Dies ist ein großer Erfolg der Steuerfahndung Hamburg“, sagte Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). Bundesweit handele es sich um das erste erfolgreiche internationale Gruppenersuchen im Zusammenhang mit Vermietungsumsätzen über Internetplattformen. „Damit ist ein wichtiger Durchbruch zur Aufhellung dieses erheblichen Dunkelfeldes erreicht worden“, sagte Dressel. „Die Daten werden dazu beitragen, bisher den Finanzämtern verschwiegene Einnahmen aufzuspüren, um sie der Besteuerung zu unterwerfen.“

Einnahmen aus Airbnb-Vermietungen sind zu versteuern, soweit sie 520 Euro jährlich übersteigen und das Gesamteinkommen über dem Grundfreibetrag liegt, derzeit sind das 9408 Euro für Singles. Bei einer Steuerhinterziehung sind eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren möglich, wobei besonders schwere Fälle auch mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet werden können. Unabhängig von der erteilten Strafe steht die Nachzahlung der hinterzogenen Steuern der vergangenen zehn Jahre an, samt eines Verzugszinses von sechs Prozent.

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