Als es um die Aufsicht im Bilanzskandal bei Wirecard ging, legte Bafin-Chef Felix Hufeld die Kompetenzen seiner Behörde sehr eng aus: Sie sei nur für die Wirecard Bank AG zuständig, der Gesamtkonzern sei bloß ein Technologieunternehmen – eine Aufsicht über Geldwäsche fand deshalb quasi nicht statt. Dem Handeln für die eigene Tasche dagegen gestanden mehrere Bafin-Mitarbeiter einen großzügigen Spielraum zu.

Beschäftigte der staatlichen Finanzaufsicht haben in den Monaten vor der Wirecard-Pleite im Juni nämlich privat verstärkt mit Papieren des Zahlungsanbieters gehandelt. Im ersten Halbjahr 2020 entfielen 2,4 Prozent aller gemeldeten privaten Finanzgeschäfte auf Geschäfte mit Wirecard-Aktien oder -Aktienderivaten. Laut „Frankfurter Allgemeiner Zeitung“ war von Bafin-Beschäftigten in den 18 Monaten bis Ende Juni 2020 mit keiner Aktie so viel gehandelt worden wie mit Wirecard-Papieren.

Besonders von öffentlich Beschäftigten aus der für Marktüberwachung zuständige Bafin-Abteilung WA2 sollen demnach besonders viele private Aktiengeschäfte getätigt worden seien. Das Blatt spricht von 28 Fällen 2019 und 41 Fällen 2020. Dabei ist die Abteilung ausgerechnet für die Einhaltung der Regeln über den Insiderhandel verantwortlich.

Bei der EZB gelten strengere Regeln

Das Bundesfinanzministerium, das der Bafin übergeordnet ist, sah in den privaten Geschäften bislang kein Problem. Es sei gewährleistet, dass keine Insider-Informationen für Aktien-Transaktionen genutzt werden könnten. Das interne Kontrollsystem der Bafin sei „streng und angemessen“.

Nun aber will die Bundesregierung plötzlich doch handeln. Nach dem der Wirecard-Skandal aufgeflogen ist – und auch sie immer mehr unter Druck gerät, sollen die Regeln für private Aktiengeschäfte von Bafin-Mitarbeitern auf den Prüfstand.

Die geltenden Regelungen würden „aktuell überprüft, insbesondere im Hinblick auf mögliche Beschränkungen des Handels von Finanzinstrumenten beaufsichtigter Unternehmer…