Eigentlich sollte das türkische Forschungsschiff „Oruc Reis“ an diesem Dienstag seine umstrittene Suche nach Erdgas im östlichen Mittelmeer beenden, doch jetzt verlängerte die Türkei den Auftrag noch einmal. Erst am 12. September solle der Einsatz des Schiffes vor griechischen Inseln und westlich von Zypern enden, teilte die zuständige Marinebehörde mit.

 Die „Oruc Reis“ hätte zunächst schon am 23. August mit der Erdgassuche aufhören sollen, doch schon damals gab es eine Verlängerung.

Seit Wochen streiten die Türkei und Griechenland wegen der Mission. Denn die türkische Erdgassuche erfolgt in einem Gebiet, das Griechenland für sich beansprucht. Ankara argumentiert, das Gebiet gehöre zum türkischen Festlandsockel. Einen ähnlichen Konflikt gibt es um die Insel Zypern, vor deren Küste Erdgasvorkommen entdeckt wurden.

Das griechische Außenministerium kritisierte die erneute Verlängerung scharf. „Die Türkei erfüllt treu die Rolle des Unruhestifters und des Faktors der Destabilisierung der Region“, hieß es aus Athen.

Griechenland erwägt angesichts der wachsenden Spannungen mit der Türkei höhere Rüstungsausgaben. Man sei bereit, Teile der Bargeldreserven für die Armee schon in diesem Jahr auszugeben, kündigte Finanzminister Christos Staikouras am Montag im Sender Alpha TV an. Er machte keine Angaben darüber, wie die Mittel eingesetzt werden könnten. „Das hängt von den Prioritäten der Regierung und des Verteidigungsministeriums ab“, sagte der Finanzminister. Griechenland hatte in den vergangenen zehn Jahren wegen der Schuldenkrise die Verteidigungsausgaben deutlich gekürzt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte kürzlich vor einer Konfrontation gewarnt: „Falls jemand den Preis dafür zahlen will, kann er sich gern mit uns anlegen“, sagte er. Die Türkei sei entschlossen, alles Notwendige zu tun, um ihre Rechte im Schwarzen Meer, in der Ägäis und im Mittelmeerraum zu erlangen.

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