Am Flughafen Rostock-Laage ist was los – und zwar samstags um 12:10 Uhr. Dann landet dort ein Regionalflieger der Lufthansa aus München. Um 12:50 Uhr startet er wieder, zurück nach München. Dann wird es wieder still am Regionalflughafen.

Die München-Maschine, 90 Sitzplätze, immer nur samstags, ist eine Ausnahmeerscheinung am Rostock Airport. Denn außer ihr lässt sich dort die ganze Woche über kein einziges Passagierverkehrsflugzeug mehr blicken. Die Coronakrise hat den Betrieb fast komplett zum Erliegen gebracht.

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Flughafen Rostock-Laage: Ein Bild aus besseren Zeiten

Foto: Jens Büttner / DPA

„Die Verunsicherung der Reisenden ist groß“, sagt Geschäftsführerin Dörthe Hausmann dem SPIEGEL. Wegen der „ständigen Änderungen der Reisewarnungen“ wüssten sie nicht, was sie bei ihrer Rückkehr nach Deutschland erwarte. Und die am vergangenen Donnerstag von Bund und Ländern beschlossene fünftägige Quarantänepflicht für Einreisende aus Risikogebieten sei „absolut kontraproduktiv, um die Nachfrage zu stabilisieren.“

Das mag stimmen. Allerdings hielt sich die Nachfrage nach Rostock-Flügen bereits vor der Pandemie in Grenzen. 2019 verzeichnete der Flughafen nur noch 148.000 Gäste – halb so viele wie im Jahr zuvor. Schon seit Langem halten die Städte Rostock und Laage, der Kreis und das Land das dauerdefizitäre Unternehmen mit Zuschüssen in Millionenhöhe am Leben. Wegen Corona brauchte der Rostock Airport nun nochmals 750.000 Euro Sonder-Kapitalspritze.

Rostock ist nicht der einzige deutsche Regionalflughafen mit Passagier- und Flugzeugschwund. In Kassel-Calden sollen in den ersten sieben Septembertagen laut Flugplan insgesamt exakt fünf Verkehrsmaschinen starten und landen, in Erfurt sieben, in Friedrichshafen zehn. Und beim Paderborn-Lippstadt Airport wird offen über eine Insolvenz in Eigenverantwortung diskutiert – nachdem die Fluggastzahlen im bisherigen Jahresverlauf um 83 Prozent gesunken sind. „Viele dieser…