von Jan Sägert
01.09.2020, 12:17 Uhr

Vor etwa 15 Jahren kam es als Fitnesstrend aus den USA nach Deutschland. Heute ist das Functional Training hierzulande allgegenwärtig. Doch was ist Functional Training überhaupt und was hat Jürgen Klinsmann damit zu tun? Ein Überblick.

Wie viele andere Fitnesstrends auch, hat das Functional Training seinen Ursprung in der Rehabilitation von Verletzungen. Schon in den 1980-er Jahren wurde die ganzheitliche funktionelle Bewegungstherapie bei erkrankten Patienten eingesetzt. Per Definition bedeutet „funktionell“ nicht anderes als zweckmäßig. Geht man davon aus, dass praktisch keine alltägliche Bewegung auf nur ein Gelenk beschränkt ist, ist es zumindest unzweckmäßig, im Training eine einzelne Muskelgruppe gezielt anzusteuern. Im Klartext: Es ist zweckmäßig, also funktionell, möglichst ganze Muskelketten zu beanspruchen und damit das Zusammenspiel der Muskeln zu verbessern. Und genau darum geht es beim Functional Training. Im Gegensatz zum klassischen, isolierten Krafttraining mit Langhantel, Beinpresse und Co. nutzt man beim Functional Training im Grunde das eigene Körpergewicht als „Gegner“. 

„Es geht beim Functional Training letztlich darum, Muskeln möglichst wenig isoliert, sondern in sogenannten Funktionsketten zu belasten“, sagt Dennis Sandig, Sportwissenschaftler und Wissenschaftskoordinator der Deutschen Triathlon Union. Funktionelles Training sei letztlich darauf ausgelegt, die Software, die mit den Muskeln zusammenarbeitet, zu verbessern.