Umstrittener Besuch
Trump verteidigt Todesschützen von Kenosha – kein Treffen mit Angehörigen von Jacob Blake

Donald Trump verteidigt den Schützen von Kenosha: Er sei „sehr gewalttätig“ angegriffen worden und habe in Notwehr gehandelt.

© Mandel Ngan / AFP

Die US-Stadt Kenosha kommt seit zehn Tagen nicht zur Ruhe. Polizeigewalt, Proteste gegen Rassismus, dann tödliche Schüsse eines Weißen. In dieser Lage meldet sich Donald Trump zu einer Visite an – obwohl ihn Bürgermeister und Gouverneur ausgeladen haben.

US-Präsident Donald Trump hat einen weißen Schützen verteidigt, der bei einem Protest gegen Rassismus in der Stadt Kenosha zwei Menschen erschossen haben soll. Trump suggerierte, dieser habe in Notwehr gehandelt: Die Demonstranten hätten ihn „sehr gewalttätig“ angegriffen und er „wäre wohl getötet worden“, sagte Trump am Montagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. Die Untersuchungen liefen noch, fügte er hinzu. Trump will die Stadt in Wisconsin an diesem Dienstag besuchen – obwohl ihn der demokratische Gouverneur des Bundesstaats und der Bürgermeister gebeten haben, nicht zu kommen. 

Dem 17-jährigen Kyle R. wird vorgeworfen, vergangene Woche am Rande der teils gewalttätigen Proteste in Kenosha zwei Menschen erschossen und eine weitere Person verletzt zu haben. Sein Anwalt spricht von Selbstverteidigung. In der Stadt war es zu Unruhen gekommen, nachdem…