Chinas Industrie ist im August auch dank steigender Exportaufträge so kräftig gewachsen wie seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex kletterte überraschend um 0,3 auf 53,1 Punkte, ergab die am Dienstag veröffentlichte Caixin/Markit-Umfrage unter Unternehmen. Das Barometer hielt sich damit den vierten Monat in Folge über der Marke von 50 – ab diesem Limit signalisiert der Index Wachstum. Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen Rückgang erwartet – auch wegen der Überschwemmungen im Südwesten des Landes, die in der dortigen Industrie zu Behinderungen führten.

Erstmals im Jahr steigende Nachfrage aus dem Ausland

Die Exportaufträge legten erstmals in diesem Jahr zu. Grund dafür ist die steigende Nachfrage aus Übersee, nachdem dort die Beschränkungen infolge der Corona-Pandemie gelockert wurden. Auch auf dem Arbeitsmarkt gab es Anzeichen für eine Verbesserung: Einige Unternehmen stellten mehr Mitarbeiter ein, um den wachsenden Produktionsbedarf zu decken. „Eine Ausweitung der Beschäftigung hängt von einer langfristigen Verbesserung der Wirtschaft ab“, sagte Wang Zhe, Chefökonom der Caixin-Gruppe.

Ökonomen gehen davon aus, dass die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt im laufenden Quartal beschleunigt wachsen wird. Experten der Investmentbank HSBC rechnen mit einem Plus von 5,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum, dem im vierten Quartal ein Plus von 6,2 Prozent folgen soll. Zum Vergleich: Im Frühjahr hatte es coronabedingt nur zu einem Wachstum von 3,2 Prozent gereicht.

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