Das Gerichtsverfahren gegen den früheren Chefstrategen von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, soll im Mai nächsten Jahres in New York beginnen. Bundesrichterin Analisa Torres legte bei einer Anhörung in New York am Montag den 24. Mai als Starttermin fest. Sie warnte zugleich, dass sich das Datum verzögern könnte, weil in mehreren Gerichtssälen wegen der Corona-Pandemie Arbeiten für Schutzmaßnahmen anstünden.

Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft Bannon und drei weiteren Beschuldigten vor, Geld aus einer Online-Spendenaktion für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko abgezweigt zu haben. Mehr als 25 Millionen Dollar sollen dabei von Hunderttausenden Spender eingegangen sein.

Bannon war in der vorvergangenen Woche festgenommen worden. Er plädierte auf nicht schuldig und wurde gegen Kaution freigelassen. Am Montag plädierten auch die anderen drei Mitangeklagten auf nicht schuldigt. Die vier Beschuldigten waren per Videoschalte der Gerichtsanhörung zugeschaltet worden.

Trump distanziert sich

Bannon war einst einer der engsten Vertrauten von Trump und an dessen Wahlsieg 2016 beteiligt, um anschließend Stratege im Weißen Haus zu werden. Er gilt als die treibende Kraft hinter umstrittenen Entscheidungen wie dem Einreisestopp für Bürger aus mehreren muslimischen Ländern. Trump entließ Bannon im August 2017. Zum offenen Bruch mit Trump war es nach Kommentaren gekommen, die er im Enthüllungsbuch „Fire and Fury“ von Michael Wolff im Zusammenhang mit der Russlandaffäre getätigt hatte.

Trump hatte sich nach der Anklage gegen Bannon von seinem ehemaligen Strategen distanziert. Mit dessen Mauerbau-Projekt sei er nicht vertraut gewesen.

Icon: Der Spiegel