Es war ein historischer Schritt: Als erster Golfstaat überhaupt kündigten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) unter ihrem Kronprinzen Muhammad bin Zayid Mitte August an, diplomatische Beziehungen zu Israel aufzunehmen. Noch handelt es sich nur um eine Absichtserklärung beider Staaten. Doch sollte der Deal bestanden haben, dürfte er das Machtgefüge im Nahen Osten verändern. 

Israels Botschafter in Berlin, Jeremy Issacharoff, 65, hat an der Einigung entscheidenden Anteil. Er war in den Neunzigerjahren der erste israelische Diplomat, der sich mit einem Vertreter der VAE traf. 

SPIEGEL: Wenn Israel neue Baugenehmigungen für Siedlungen verkündet, hagelt es meist sofort Kritik aus Europa. Vergangene Woche brauchte Außenminister Heiko Maas fast einen Tag, um Israel zur diplomatischen Annäherung mit den Vereinigten Arabischen Emiraten zu gratulieren. Überfordern gute Nachrichten die deutsche Diplomatie?

Issacharoff: Gute Nachrichten sind im Nahen Osten nicht die Regel. Oft sind keine Nachrichten schon gute Nachrichten. Für viele war der Deal daher eine Überraschung. Nur ein sehr kleiner Kreis wusste davon. Was zählt ist, dass die Bundesregierung die Vereinbarung zwischen Israel und den VAE positiv bewertet, was Außenminister Heiko Maas sofort Außenminister Gabi Ashkenazi mitgeteilt und offen ausgesprochen hat.