Familienunternehmen tun dem Land gut: Die Niederlassung von Familienunternehmen wirkt sich einer Studie zufolge positiv auf Bevölkerung, Wohlstand, Wirtschaftskraft und Erfindungsreichtum ländlicher Regionen aus. Bei der Untersuchung von 215 Kreisen in der gesamten Bundesrepublik zeigt sich laut Analyse des IW Köln demnach, dass Kreise mit einem hohen Anteil von Familienunternehmen bei mehreren Indikatoren besser abschneiden als die mit einem niedrigeren Anteil. Auftraggeber war die Stiftung Familienunternehmen, die die Untersuchung nun veröffentlichte.

Wo es überdurchschnittlich viele Familienbetriebe gibt, sind Arbeitslosigkeit und öffentliche Verschuldung demnach im Schnitt niedriger, Lehrstellenangebot, Kaufkraft und Bruttoinlandsprodukt pro Kopf dagegen größer. Und nicht zuletzt gibt es in Kreisen mit vielen Familienunternehmen auch mehr Patentanmeldungen.

Bayerischer Landkreis Roth: 68 Prozent Familienbetriebe

Die Kölner Wirtschaftsforscher teilten die Landkreise in zwei Hauptgruppen ein: Eine mit überdurchschnittlich vielen größeren Familienunternehmen – in dieser waren knapp 60 Prozent der örtlichen Firmen familiengeführt. Und die andere mit einem unterdurchschnittlichen Anteil größerer Familienunternehmen, der hier bei knapp 48 Prozent lag.

Spitzenreiter ist der bayerische Landkreis Roth unweit von Nürnberg mit über 68 Prozent Familienfirmen, Schlusslicht der Kreis Sömmerda in Thüringen mit einem Anteil von weniger als einem Drittel. Generell ist der Anteil von Familienunternehmen in den wirtschaftsstarken süddeutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg höher als in den neuen Bundesländern.

Weniger Familienunternehmen, mehr Abwanderung

Dies wirkt sich auch auf die Bevölkerungsentwicklung aus: Während diese in den Räumen mit höherem Anteil von Familienunternehmen von 2008 bis 2018 im Schnitt um zwei Prozent zulegte, ging sie in Regionen mit unterdurchschnittlichen Familienunternehmensanteilen im Schnitt um rund 2,6 Prozent…