Als am vergangenen Freitag Zehntausende Menschen in der US-Hauptstadt Washington friedlich gegen Ungleichheit, Polizeigewalt und Diskriminierung demonstrierten, hatte sich Donald Trump mit Kommentaren noch zurückgehalten. Das war am Wochenende anders.

„GROSSARTIGE PATRIOTEN“ twitterte der US-Präsident am Sonntag. Zu dieser Aussage verbreitet er ein Video, in dem ein Autokorso seiner Anhänger durch die Straßen von Portland fährt. Rund 2500 Trump-Unterstützer hatten sich mit mehreren Hundert Autos an der Aktion beteiligt. Zahlreiche dieser Fahrzeuge hatten sich auch den Black-Lives-Matter-Demonstranten in der liberalen Stadt an der Westküste des Landes genähert. Dabei schossen die Trump-Anhänger unter anderem mit Farbpistolen und sprühten reizende Chemikalien in Richtung der Demonstranten.

Am Rande der Auseinandersetzungen gab es einen Toten. Die genauen Umstände sind aber noch unklar, laut Polizei wird wegen eines Tötungsdelikts mit einer Schusswaffe ermittelt. Dem Bericht zufolge trug der Getötete eine Kopfbedeckung mit dem Aufdruck „Patriot Prayer“. So heißt eine rechtsextreme Gruppe aus der Region Portland. In Berichten lokaler Medien ist von einem Trump-Anhänger die Rede.

Demokratische Politiker werfen dem Präsidenten gefährliche Wahltaktiken vor. „Der Hass und die Spaltung gehen von Ihnen aus“, sagte Portlands Bürgermeister Ted Wheeler vor TV-Kameras direkt an Trump gerichtet. Zuvor hatte der Präsident ihn per Tweet angegriffen und als „inkompetent“ und als „Narr“ bezeichnet. Donald Trump, so Wheeler weiter, solle entweder zur Lösung des Problems beitragen, „oder verdammt nochmal aus dem Weg gehen“.

Ähnlich deutlich äußerte sich wenig später Joe Biden, der demokratische Herausforderer bei der Wahl am 3. November: „Was glaubt Präsident Trump, passiert, wenn er die Flammen des Hasses weiter anfacht, die Spaltung des Landes vorantreibt und mit Angstmache seine Unterstützer aufhetzt? Er muntert fahrlässig zur Gewalt auf.“ Er selbst verurteile Gewalt…