Mit der sogenannten Covax-Initiative wollen wohlhabendere Länder in Zukunft gemeinsam einen Impfstoff gegen das Coronavirus kaufen, um ihn dann auch an ärmere Staaten weiterzugeben. Die Europäische Union will diese Impfstoff-Allianz unter Führung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit 400 Millionen Euro unterstützen.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen kündigte einen entsprechenden „Haftungsbeitrag“ an, eine internationale Initiative für einen fairen weltweiten Zugang zu Impfstoffen, sobald diese verfügbar sind. Die Europäische Union will so auch ärmeren Staaten den Zugang zu einem Impfstoff ermöglichen.

Wie das Geld der EU genau verwendet wird, soll nach Angaben der EU-Kommission in den nächsten Wochen vereinbart werden. Vorerst handele es sich um eine politische Zusage, sagte eine Kommissionssprecherin.

Impfstoff-Nationalismus vorbeugen

Für die eigene Bevölkerung hat die EU bereits mehrere Verträge mit Pharmakonzernen über die Abnahme Hunderter Millionen Dosen von Impfstoffen geschlossen. Im Wettlauf um eine wirksame Vakzine will sie auch einen großen Teil des Haftungsrisikos der Hersteller übernehmen. Ob womöglich auch für EU-Bürger über das Covax-System Impfstoffe bezogen werden, ist unklar.

Covax wird neben der WHO federführend von den Impfallianzen Gavi und Cepi getragen. Durch ihre Abnahmezusagen sollen die Hersteller zum Ausbau ihrer Produktionskapazitäten bewegt werden. Von der Leyen sagte, die Pandemie lasse sich nur weltweit bekämpfen: „Wir werden nicht sicher sein, bis alle – ob hier in Europa oder draußen in der Welt – sicher sind.“

Die EU-Kommission hatte sich im Frühjahr auf das Ziel eines „Impfstoffs für alle“ geeinigt. Geplant ist, rund zwei Milliarden Impfstoff-Einheiten bis Ende 2021 von verschiedenen Herstellern gemeinsam einzukaufen. Damit will man einem „Impfstoff-Nationalismus“ vorbeugen.

„Ich bin überzeugt, dass wir so eher an unser Ziel gelangen, dieses Virus zu besiegen: mit vereinten Kräften“, sagte von der…