Betroffen sind vorerst nur zwei leer stehende Häuser in Mühlrose in der sorbischen Lausitz, deren Grundstücke dem Energieunternehmen gehören. Doch der Abriss der beiden Gebäude zur Förderung von Braunkohle hat zu Protest geführt.

Gegner kritisieren, dass das Sonderfeld Mühlrose angesichts des Kohleausstiegs bis 2038 und laut einem Gutachten nicht mehr gebraucht werde – da in bereits erschlossenen Tagebauen mehr Braunkohle verfügbar sei, als bis 2038 benötigt werde.

Wird die Kohle noch gebraucht?

Der Energiekonzern Leag, der in dem Ort in Ostsachsen später Braunkohle abbaggern will, verteidigt sich. Der Leag-Konzern hält die Braunkohle unter Mühlrose für die Versorgung des Kraftwerks Boxberg für nötig, auch ein vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebenes Gutachten habe den Bedarf bestätigt.

„Alle notwendigen Genehmigungen dafür liegen vor“, teilte das Unternehmen zu dem Abriss der Häuser mit. Mit den Rückbauarbeiten setze die Leag die im Umsiedlungsvertrag vereinbarten Maßnahmen „uneingeschränkt und zügig“ um.

Dieser Vertrag regelt seit 2019 die Entschädigung von Umsiedlern und öffentlicher Hand. Für Menschen, die umziehen müssen, werden in der Nachbargemeinde Schleife derzeit Baugrundstücke erschlossen. Betroffen sind davon künftig insgesamt rund 200 Einwohner.

Das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ kritisierte, den Vertrag hätten nicht alle Einwohner unterschrieben. Wer nicht umziehen wolle, müsse dies nicht tun. Die Leag habe „keine rechtliche Grundlage“, um Mühlrose abzubaggern, sagte eine Sprecherin des Bündnisses laut dem Sender RBB. „Es ist extrem unwahrscheinlich, dass die Genehmigung für die Abbaggerung von diesem Teilfeld jemals vorliegen wird. Das Dorf wird nicht abgebaggert werden, und jetzt wird trotzdem die Bausubstanz zerstört.“

Leag hält Braunkohle für Versorgung für nötig

Trotz Kohleausstiegs soll Mühlrose als einer der letzten Orte einem Tagebau weichen, weil ab Ende der Zwanzigerjahre die unter dem Dorf liegende…